Altenauplatz 1 - die Geschichte eines Hauses...



Um dem stetig steigenden Bedarf an Gästebetten nach zu kommen, wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der sogenannten Altenau, in zentraler Lage zur Hauptallee, neue Pensionen und Logierhäuser gebaut.

 

Zusammen mit drei weiteren Gebäuden wurde, mit Hilfe des Fürstlichen Baudirektors Julius Ludwig Rothweil, auch ein Logierhaus für die Familie des Pyrmonter Hofrates und Arztes Ludwig Mundhenk (1772-1836 / eine Büste befindet sich im Museum Schloss Bad Pyrmont) errichtet.

 

Das im klassizistischen Stil erbaute, dreigeschossige Haus wurde in verputzter Fachwerkbauweise, mit einem Walmdach, errichtet und verfügte, wie in Pyrmont im 18. Jahrhundert traditionell üblich, über Balkone in den Obergeschossen.

Die Verwandtschaftlich Beziehung Mundhenks zum Bildhauer Christian Daniel Rauch (ein Vetter Mundhenks) erklärt, warum dieser auch später - als zwischenzeitlich berühmter Künstler am Preussischen Hofe - mehrfach Bad Pyrmont besuchte (1797,1819, 1823) und im "Haus Mundhenk" logierte. Bargen diese Aufenthalte doch ein süßes Geheimnis. Der berühmte, unverheiratete Bildhauer hatte zwei uneheliche Kinder. Da es dem berühmten Künstler "unmöglich" war, die Mutter der Kinder (welche zwar"... noch ziemlich jung, hübsch von Gestalt, aber sehr häßlich von Kopf" war) zu ehelichen, wurden die Kinder, mit Hilfe der Familie Mundhenk, immer wieder am Altenauplatz oder bei Pflegeeltern in Holzhausen untergebracht. Und diese waren somit der heimliche Grund der zahlreichen Aufenthalte Rauchs in Bad Pyrmont.